In der Innovationsregion Mitteldeutschland haben sich sieben Landkreise und zwei Städte aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zusammengeschlossen, um neue regionalwirtschaftliche Perspektiven für die Zeit nach der Braunkohleverstromung zu identifizieren und den Strukturwandel im Mitteldeutschen Revier länderübergreifend zu gestalten.

Die Innovationsregion Mitteldeutschland in Zahlen

Die Innovationsregion Mitteldeutschland wird im Rahmen des Modellvorhabens „Unternehmen Revier“ durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) sowie im Rahmen der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) durch den Bund, den Freistaat Sachsen, das Land Sachsen-Anhalt und den Freistaat Thüringen gefördert.

Politik und Demografie

  • Anzahl der Bundesländer, über die sich die Innovationsregion Mitteldeutschland erstreckt: 3
  • Anzahl der Landkreise und Städte, die die Innovationsregion Mitteldeutschland bilden: 9
  • Anzahl der hier lebenden Menschen: 2,034 Millionen
  • Anzahl der im Jahr 2030 in der Innovationsregion Mitteldeutschland lebenden Menschen: 1,945 Millionen (-4,6 %)

Wirtschaft und Arbeit

  • Bruttoinlandsprodukt der Innovationsregion Mitteldeutschland im Vergleich zum Bundesdurchschnitt: 75 %
  • Geringstes Bruttoinlandsprodukt einer Teilregion im Vergleich zum Bundesdurchschnitt: 51 %
  • Höchstes Bruttoinlandsprodukt einer Teilregion im Vergleich zum Bundesdurchschnitt: 95 %
  • Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt 2018 in der Innovationsregion: 7,4 % (Deutschland: 5,2 %)

Bergbau und Energie

  • Anteil an der Bruttowertschöpfung in der Innovationsregion Mitteldeutschland: 6 % (Deutschland: 3 %)
  • Höchster Anteil von Bergbau und Energie an der Bruttowertschöpfung in einer Teilregion: 16 %
  • Beschäftigte in der Braunkohlenwirtschaft 2016 in der Innovationsregion Mitteldeutschland:
Direkt: 2.400
Indirekt und induziert: 4.800
Insgesamt: 7.200
  • Installierte elektrische Leistung auf Basis von Braunkohle: ca. 3 GW (Gigawatt)

Ziele

Gemeinsames Anliegen der Partner in der Innovationsregion Mitteldeutschland ist die Entwicklung von neuen Impulsen, Strategien und Projekten für Innovation, Wertschöpfung und Lebensqualität in der Region. Um dies zu erreichen werden im Rahmen des Projekts drei zentrale Ziele verfolgt:

Begeisterung für Veränderungsprozesse

Veränderungen werden von vielen Menschen und Institutionen vor allem als unangenehm oder risikobehaftet wahrgenommen. Demgegenüber verfolgt die Innovationsregion Mitteldeutschland das Ziel, die mit dem Strukturwandel verbundenen Chancen und Potenziale für die Region bewusst zu machen. Die Regionalentwicklung nach dem Ende der Braunkohleverstromung muss von den Einwohnern und Unternehmen im Revier als positive Perspektive wahrgenommen werden, um sie gemeinsam aktiv gestalten zu können.

Zusammenarbeit für den Strukturwandel

Bundes- und landespolitische Weichenstellungen bilden wichtige Rahmenbedingungen für den Strukturwandel im Mitteldeutschen Revier. Doch neben diesen Impulsen von außen muss der Veränderungsprozess vor allem von den lokalen Akteuren in abgestimmter Form und über administrative Grenzen hinweg gestaltet werden. Dazu fördert die Innovationsregion Mitteldeutschland die Vernetzung regionaler Akteure aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft und initiiert neue Netzwerke sowie Formen der Kooperation im Mitteldeutschen Revier.

Leitplanken für die Regionalentwicklung

Der Strukturwandel als langfristiger Prozess braucht verbindliche Leitplanken für den Aufbau nachhaltiger Strukturen und zukunftsfähiger Projekte. Dazu entwickelt die Innovationsregion Mitteldeutschland unter Beteiligung der Zivilgesellschaft ein Leitbild für den Strukturwandel sowie Leitlinien für die zukünftige Regionalentwicklung. Diese dienen der Planung, Bewertung und Umsetzung konkreter Maßnahmen auf klar definierten Zukunftsfeldern.

Organisation

Die neun Gebietskörperschaften haben sich per interkommunaler Zweckvereinbarung zur Innovationsregion Mitteldeutschland zusammengeschlossen.

Regionales Empfehlungsgremium (REG)

Das REG begleitet die Aktivitäten der Innovationsregion Mitteldeutschland im Rahmen des GRW-Förderprojekts sowie die Projektauswahl für das Förderprogramm „Unternehmen Revier“. Im REG sind die neun Gebietskörperschaften durch ihre Wirtschaftsförderungen repräsentiert. Darüber hinaus setzt sich das REG aus Vertretern der Arbeitsgruppen der Metropolregion Mitteldeutschland, von Planungsverbänden, Kammern, Hochschulen und Forschungseinrichtungen, Gewerkschaften und regionalen Netzwerken sowie Unternehmen von strukturbestimmender Bedeutung für den Strukturwandel zusammen.

Durch die breit gefächerte Mitwirkung von Akteuren aus der Region finden alle relevanten Standpunkte der verschiedenen Interessengruppen Berücksichtigung, so dass die Akzeptanz der Entscheidungen sicherstellt werden kann.

Ständiger Ausschuss

Die Hauptverwaltungsbeamten (Oberbürgermeister und Landräte) der neun Gebietskörperschaften bilden den Ständigen Ausschuss der Innovationsregion Mitteldeutschland. Dieser entscheidet über die Projektauswahl im Rahmen bestehender Förderprogramme sowie die Beteiligung an neuen Förderprogrammen.

Darüber hinaus dient der Ständige Ausschuss der Information der Gebietskörperschaften auf strategischer Ebene.

Partner

Burgenlandkreis

 

ist als Abwicklungspartner für die fördermitteltechnische Abwicklung der Förderprogramme zuständig.

Metropolregion Mitteldeutschland Management GmbH

verantwortet als Regionalpartner das inhaltliche Projektmanagement, die Öffentlichkeitsarbeit und den breit angelegten Beteiligungsprozess in der Region.

NeulandQuartier

 

unterstützt die Innovationsregion Mitteldeutschland bei der Konzeption und Umsetzung des Leitbild- und Beteiligungsprozesses.

Aufbauwerk Region Leipzig GmbH

übernimmt die fördermitteltechnische Beratung, berät zu Förderanträgen und verantwortet das Controlling.

Ansprechpartner

Sie haben Fragen zum Strukturwandel, zu relevanten Förderprogrammen oder zur Arbeit der Innovationsregion Mitteldeutschland? Sie möchten uns ihre Projektidee vorstellen oder suchen Partner aus der Region für die Umsetzung?

Unsere Ansprechpartner helfen Ihnen gern weiter!